Erzeugung gestalten – Arten erhalten
Biodiversität im Landkreis Kelheim

Wabenförmig angeordnete Bilder und Schriftzug "Produktion gestalten, Arten erhalten"

Biodiversität steht für die Vielfalt des Lebens auf unserer Erde. Im Ökosystem sind Mensch, Tier, Pflanze und Landschaft miteinander verwoben. Wer diese Vielfalt schützt, sorgt für eine intakte Umwelt, mehr Lebensraum für Insekten und damit auch für Lebensqualität und Wohlergehen aller.

Unser Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten unterstützt Landwirte, eine nachhaltige Bewirtschaftung umzusetzen. Förderprogramme werden stärker auf Biodiversität ausgerichtet, der Trend zur Regionalität wird gestärkt.

Aktuelles

Die Blühwiese vor dem AELF geht ins zweite Jahr

Mangels Wiese gedeihen auf der Nord- und Westseite des AELF Abensberg in Hochbeeten aus Lärchenholz kleine Tummelwiesen für Insekten und Schmetterlinge. Auch im zweiten Jahr gedeihen die Pflanzen prächtig:

Schwerpunkte

Vortragsreihe Biodiversität im Winter 2019/20

Drei Personen mit Flyern in der Hand
Im Winterhalbjahr hat das AELF Abensberg eine Vortragsreihe zur Biodiversität in Land- und Forstwirtschaft veranstaltet, die den Nutzen, die Bedrohung und Maßnahmen zum Erhalt der natürliche Vielfalt vorstellte und diskutierte. Diese Vortragsreihe wurde in Kooperation mit der Stadt Abensberg veranstaltet und von verschiedenen Partnern aus Naturschutz und Landnutzung mitgetragen.
Die Veranstaltungen richtete sich an alle Mitbürgerinnen und Mitbürger, die sich für "ihre" Landschaft interessieren, aber auch an alle Land- und Forstwirte, die an Ideen interessiert sind und die mit Kritikern ins Gespräch kommen wollen. In einem konstruktiven Miteinander wurde darüber gestritten, wie der Mensch versöhnt und im Einklang mit der Natur wirtschaften kann.

Beschreibung und Programm zur Vortragsreihe Biodiversität in der Land- und Forstwirtschaft

Acker und Grünland

Ein Acker dient der direkten Nahrungsmittelerzeugung. Durch die Bewirtschaftungsintensität und den jährlichen Fruchtwechsel sind Äcker sehr dynamische Lebensräume.
Grünland kann nur von pflanzenfressenden Tieren verwertet werden und trägt dadurch auch zur Nahrungsmittelerzeugung bei. Meistens existiert Grünland dort, wo es zu nass, zu trocken, zu steil oder die Bodentiefe nicht ausreichend für eine ackerbauliche Nutzung ist. Grünland ist eine Dauerkultur, die aus mehrjährigen Gräsern und Kräutern besteht.

Verschiedene Maßnahmen zu Förderung der Biodiversität werden im Rahmen des KULAP von den Kelheimer Landwirten durchgeführt, z.B:

  • Blühflächen an Waldrändern und in der Feldflur: von 176 Betrieben auf 287 ha
  • Jährlich wechselnde Blühflächen auf Ackerflächen: von 23 Betrieben auf 31 ha
  • Vielfältige Fruchtfolge mit Leguminosen und alten Kulturarten: von 45 Betrieben auf 2.802 ha
  • Extensive Grünlandnutzung für Raufutterfresser: von 17 Betrieben auf 599 ha
  • Extensive Grünlandnutzung an Waldrändern: von 25 Betrieben auf 41 ha

Extensive Wiesen schaffen Lebensraum
Der Storch in der Region Abensberg

Ansicht der Amtsgebäudes des AELF-AbensbergZoombild vorhanden

Storchennest auf dem AELF

Adebar wacht über das AELF: Seit Jahren nistet ein Weißstorchpaar auf dem stillgelegten Kamin des Amtsgebäudes. Zuverlässig kommen sie jedes Jahr wieder und ziehen im Horst auf unserem Gebäude ihre Nachkommen auf. Regelmäßig machen sie dabei auf ihre Anwesenheit durch lautes "Klappern" auf dem Dach aufmerksam. Der Weißstorch siedelt sich als "Kulturfolger" in Gegenden an, in denen aufgrund der Landbewirtschaftung gute Jagd- und Brutgelegenheiten für ihn herrschen. Sein Lebensraum sind offene Landschaften, im allgemeinen Feuchtgrünland, Flussniederungen mit periodischen Überschwemmungen, extensiv genutzte Wiesen und Weiden sowie Uferbereiche von Gewässern.
Zwei Störche sitzen in einem großen Nest auf einem KaminZoombild vorhanden

Foto: Walter Blank, Abensberg

Der Storch ernährt sich bevorzugt von Kleintieren wie Insekten, Mäusen, Eidechsen und natürlich auch Fröschen. Eine extensiv betriebene Bewirtschaftung von (Feucht-) Wiesen ist Voraussetzung dafür, dass er ausreichend Nahrung findet. Gerne folgen Störche bei der Mahd den Traktoren, um aufgescheuchte Beutetiere aufzunehmen. Nach einem starken Rückgang der Population bis in die 80er-Jahre des letzten Jahrhunderts haben sich die Bestände wieder erholt, was nicht zuletzt daran lag, dass sich der ökologische Zustand des Lebensraumes verbesserte. Die Sicherung des Lebensraumes wird auch durch die extensive Nutzung von Wiesen zum Beispiel entlang der Abens durch die Landwirte ermöglicht.

Bienen und Wildtiere

Bienen sind für die Ökologie und die Ökonomie aufgrund ihrer Bestäubungsleistung von zentraler Bedeutung und stellen vielfältige Ansprüche an ihren Lebensraum. Dies gilt auch für unsere Wildtiere wie Feldhase, Rebhuhn oder Feldlerche.

Strukturen in der Kulturlandschaft

Natürliche Strukturen wie Hecken, Feldgehölze, Streuobst und Säume prägen das Landschaftsbild. Sie bieten unseren Pflanzen und Tieren einen Lebensraum.

Artenvielfalt im Garten

Gärten sind nicht nur unser zweites grünes Wohnzimmer, sondern auch ein eigener Mikrokosmos an Vielfalt und Leben. Im Frühjahr lassen sich die Weichen für mehr Artenreichtum im Garten und den Schutz der Bienen, Insekten und Kleintiere stellen.